Heute ist Tourentag...per Karte geplant und mit wenig Recherche machen wir uns auf in die Kalkhochalpen. Landschaftlich sicherlich mal was Anderes. Auf das Fullfacegerödel wird verzichtet. Zum Einsatz kommt nur das Polsterunterhemd und die sonstigen Schützer. Es ist zwar noch etwas kühl, aber kurze Hose und normales Trikot werden wohl reichen. Die Wolken hängen noch in den Bergen. Bis zum Schluß hoffen wir, dass wir nicht doch noch in den Regen kommen. Die Temperaturen erweisen sich als angenehm bei der anstrengenden Tour. Was uns sonst noch so erwartet...mal schauen. Geplant ist die Fahrt in Saalfelden ab ca. 900hm zu starten und dann auf einem Wanderweg rüber nach Ramseiden und Kronreit zu gelangen. Von da aus hoch Richtung Riemannhaus auf Schotterwegen bis zum Parkplatz und danach...mal schauen. Wie steil die Strecke hoch tatsächlich ist und wie der Wanderweg am Anfang aussieht wissen wir nicht. Es gibt Beschreibungen von einem Teil des Trails wo wir runter wollen von einem Punkt weiter unten aus. Klar ist auch, dass wir nicht noch höher hinaus wollen als bis knapp über der Bilgerirast.
Der Weg der uns nach Kronreit führen soll erweist sich als schöner Wanderweg durch eine schicke Landschaft. Mit Rad zwar eher lästig, aber ich bin trotzdem guter Dinge während Moritz diesmal ungewohnt genervt ist von seiner Streckenwahl. Der Weg geht durch den Wald immer wieder auf und ab über Wurzeln und kleine Bäche die aus dem Hang kommen. Eine kurze Etappe geht über die Straße dann wieder auf Schotterwegen steil hoch in einen Kiefernwald der mit Heidelbeeren geschmückt ist. Immerhin sehe ich mal eine Schlange, dann einen neugierigen Grünspecht und trainiere meine Wanderbeine. Ein großer Teil des nächsten Abschnitts kann wieder gefahren werden. Die Schotterstrecke hoch zu den Sandten ist zwar auch etwas steiler, aber fahrbar.
Ab dem Parkplatz geht aber nicht mehr viel. Die Beine sind lahm, die Arme eingentlich auch schon, vor allem wenn man direkt vor sich den Weg sieht der noch begangen werden muss. Der Schotterboden wird loser und die Strecke irgendwie immer steiler...ab und zu muss ich schon stehenbleiben.
Je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr schleichen sich die Zweifel ein. Da wollen wir wirklich noch hoch und da hinten irgendwo soll ein Wanderweg losgehen...hm.
An der Bilgerirast vorbei sehen wir einen kleinen Teil des Weges den wir befahren wollen. Während Moritz noch meint der Weg sieht bestimmt nur aus der Ferne so schmal aus, mache ich mir schon Gedanken um den alternativen Rückweg. Da wir aber mitten in einer Mulde sind, gibt es keinen anderen Weg, außer dem Wanderweg entlang am Breithorn. Eventuell hätte man weiter unten einsteigen können, das sah aber auch eher nach ein Kletterpartie aus. Naja, erstmal näher ran und gucken.
Beim Einstieg angekommen sehen wir erstmal nur loses Gestein, tragen ein paar Meter rüber und steigen dann in den Weg ein. Der Boden ist übersät mit losen Steinen. Ich habe das Gefühl durch eine Art Sand zu fahren. Moritz sagt später er empfand es so ähnlich wie durch Schnee zu fahren. Wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, läufts.
Der schmale Weg am losen Hang entlang kommt näher und kommt uns aus der Nähe betrachtet nicht wirklich breiter vor. Am Hang angekommen bemerken wir, dass der Weg sandig weich ist und dass nach ein paar Schritten kaum ein Bike daneben passt. Moritz geht vor und versucht einige Male sein Bike in die sichere Ebene zu befördern, was dann irgendwann auch glückt. Ich halte mich an den Steinen in der schrägen Wand fest und hangelte mich mit dem Bike voran in Moritz' Richtung. Er nimmt mein Bike eintgegen und ich komme irgendwie hinterher. Endlich geschafft.
Der Weg führt zwar weiter am Hang entlang mit teilweise steilem Abgang nach links, aber der Ausblick ist traumhaft und der Weg fest und einigermaßen fahrbar. Absteigen mussten wir meistens nur, weil der Blick nach links bei einigen Stufen doch ganz schön einschüchtert. Auf einer normalen Strecke wäre man einiges mehr gefahren, da heißt es dann aber meistens nicht: sauber fahren oder sterben ;).
Nach der Passage am Hang entlang wird der Weg immer flowiger. Der Trail trägt uns durch abwechslungsreiches Gelände bis hinunter zum Parkplatz. Fertig aber total glücklich steigen wir wieder ins Auto zurück nach Saalbach und gönnen uns auf dem Weg zurück gleich mal ein paar Cheeseburger.

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